Notion & ADHS = perfect Match?
Das hast du schonmal gehört und deswegen Notion ausprobiert? Du warst begeistert, hast angefangen aufzubauen und irgendwann einfach aufgehört?
Das geht fast jedem so gegangen und es hat nichts mit dir zu tun! In diesem Artikel zeige ich dir warum das passiert ist und wie du es diesmal wirklich zum Laufen bringst.
Kennst du das?
Du hast ADHS und entdeckst Notion (oder ein anderes neues Tool), siehst die schönen Setups auf Instagram und Pinterest und denkst: Das ist es. Das wird mein System. Du lädst die App runter, schaust dir ein YouTube-Tutorial an, fängst an aufzubauen. Datenbanken, Properties, Verknüpfungen. Und irgendwann blickst du auf deinen Bildschirm und denkst: Was mache ich hier eigentlich?
Dann passiert es. Du öffnest Notion drei Tage lang nicht mehr, dann eine Woche nicht, und dann ist es so wie alle anderen Apps die du schon mal begeistert gestartet und irgendwann wieder aufgegeben hast.
Wenn du eine Scannerpersönlichkeit oder ADHSlerin bist, kennst du diesen Zyklus zu gut. Aber hier ist was die meisten Notion-Tutorials dir nicht sagen: Das war kein Versagen von dir. Es war einfach das falsche Vorgehen, was nicht zu dir und deinem Gehirn passt.
Warum die meisten Notion-Tutorials für ADHS-Gehirne nicht funktionieren
Die meisten Notion-Tutorials sind für Menschen gemacht die linear denken, ein Projekt haben und wissen was sie wollen. Ein Scanner-Gehirn funktioniert anders, und das ist kein Manko sondern einfach wie du bist.
Typische Tutorials zeigen dir in 45 Minuten alles was Notion kann. Datenbanken, Relations, Rollups, Formeln, Templates, Kalenderansichten. Dein Gehirn liebt das erstmal, weil so viele Möglichkeiten drin stecken. Aber dann kommt die Überforderung und du weißt nicht womit du anfangen sollst. Also fängst du mit allem an, baust ein riesiges System das zu komplex ist um es wirklich zu nutzen, und dann passiert das Unvermeidliche: Du nutzt es nicht mehr.
Das zweite Problem ist dass Tutorials Notion als Produktivitäts-Tool verkaufen. Als System das dir hilft mehr zu schaffen, effizienter zu werden, disziplinierter zu sein. Aber genau das ist nicht der Grund warum Notion für Scanner-Gehirne so gut funktioniert.
Was Notion für dich (und dein ADHS-Gehirn) wirklich leisten kann
Vergiss Produktivität und vergiss Effizienz. Für dich ist Notion kein Produktivitäts-Tool, sondern ein Kopf-Entlastungs-Tool, und das ist ein riesiger Unterschied.
Dein Gehirn als Scannerpersönlichkeit oder ADHSlerin hat ein echtes Problem: Es versucht alles gleichzeitig zu behalten. Die Idee von gestern Nacht, das Projekt das du angefangen aber noch nicht fertig hast, die Aufgabe die du nicht vergessen darfst, den Link den du irgendwo gespeichert hast aber nicht mehr findest. Das kostet enorm viel Energie, auch wenn du es gar nicht merkst, weil dein Kopf ständig im Hintergrund läuft und alle offenen Loops gleichzeitig jongliert.
Genau da hilft Notion. Nicht weil es dich disziplinierter macht, sondern weil es dir erlaubt alles aus dem Kopf rauszuschreiben und an einem sicheren Ort zu wissen. Dein Kopf muss nicht mehr alles festhalten und darf endlich loslassen.
Die 3 häufigsten Fehler beim Notion-Setup
Bevor wir ins Konkrete gehen schauen wir uns kurz die häufigsten Fallen an, weil ich wette du bist in mindestens eine davon schon reingefallen.
Der erste Fehler ist zu komplex von Anfang an zu bauen.
Du versuchst dein ganzes Leben in Notion abzubilden, mit allen Projekten, allen Ideen, allen Kategorien und allen möglichen Datenbanken. Das System wird so komplex dass es mehr Energie kostet es zu pflegen als ohne es auszukommen. Die Lösung ist so simpel wie möglich zu starten, denn weniger ist hier wirklich mehr.
Der zweite Fehler ist das falsche Ziel zu haben.
Du baust Notion auf damit du produktiver wirst und mehr schaffst. Das klappt nicht, weil Notion das nicht für dich tun kann. Was es kann ist deinen Kopf zu entlasten. Wenn das dein Ziel ist wirst du merken wie viel leichter alles wird.
Der dritte Fehler ist falsche Erwartungen ans Tempo zu haben.
Du erwartest dass Notion nach drei Tagen dein Leben verändert, und wenn das nicht passiert gibst du auf. Aber Notion ist kein Quick Fix sondern ein System das mit der Zeit immer besser wird, weil du lernst es für dich zu nutzen.
So baust du Notion für ein ADHS-Gehirn richtig auf
Jetzt wird es konkret, und ich warne dich schon mal: Es ist einfacher als du denkst, und das ist auch so gewollt.
Schritt 1: Fang mit drei Seiten an, nicht mehr.
Die erste Seite ist deine Inbox, und hier landet alles. Jede Idee, jede Aufgabe, jeder Gedanke, ohne Kategorisieren und ohne Nachdenken. Dein Gehirn braucht einen Ort wo alles sicher aufgehoben ist, und das ist dieser Ort.
Die zweite Seite ist deine Projektliste. Eine simple Übersicht aller deiner Projekte mit Status: aktiv, pausiert, irgendwann, fertig. Das gibt dir den Überblick ohne dass du dich in Details verlierst.
Die dritte Seite sind deine Ressourcen, also Links, Notizen, Artikel und Inspirationen, alles was du irgendwann wieder findest willst.
Mehr braucht es wirklich nicht. Zumindest noch nicht.
Schritt 2: Eine Woche nutzen und nicht weiter ausbauen.
Das ist der wichtigste und gleichzeitig schwierigste Schritt für Scanner-Gehirne. Eine Woche lang darfst du nicht bauen, optimieren oder verbessern, sondern nur nutzen. Du sammelst deine Ideen in der Inbox, trägst neue Projekte ein und speicherst Links in den Ressourcen, jeden Tag, eine Woche lang.
Warum? Weil du nur durch echte Nutzung merkst was du wirklich brauchst und nicht durch Theoretisieren.
Schritt 3: Dann und wirklich erst dann verbessern.
Nach einer Woche weißt du was dir fehlt. Vielleicht brauchst du eine Datenbank für deine Projekte, vielleicht einen Bereich für Content-Planung oder eine Wochenübersicht. Jetzt fügst du das hinzu, aber immer nur eins nach dem anderen, niemals alles auf einmal. Dein System wächst mit dir, und das ist das eigentliche Ziel.
Was nach dem Setup kommt
Notion aufzubauen ist tatsächlich der einfache Teil, weil das Dranbleiben die eigentliche Herausforderung ist.
Dein Gehirn braucht Zeit um sich anzugewöhnen dass es einen externen Ort gibt dem es vertrauen kann. In den ersten Wochen wirst du vergessen Notion zu öffnen und Ideen wieder im Kopf behalten statt sie reinzuschreiben. Das ist normal und kein Zeichen dass es nicht funktioniert.
Drei Dinge helfen besonders: Notion auf dem Homescreen deines Handys zu haben und als erstes Tab im Browser, weil Sichtbarkeit wirklich alles ausmacht. Keinen Druck zu machen, wenn du drei Tage nichts eingetragen hast, weil das System auf dich wartet. Und dir zu erlauben dass dein Notion chaotisch sein darf, weil es dein Arbeitsraum ist und kein kuratiertes Portfolio.
Du weisst jetzt wie es geht.. Aber weisst du auch warum es oft trotzdem nicht klappt?
Du könntest jetzt loslegen. Die drei Seiten anlegen, eine Woche nutzen, schauen was passiert. Und vielleicht klappt das für dich perfekt so.
Aber ich kenn das Scanner-Gehirn zu gut. Du öffnest Notion, weißt nicht genau wo anfangen, googelst nochmal, landest in einem 45-Minuten-Tutorial das dich eher verwirrt als weiterbringt, und irgendwann machst du den Tab zu. Nicht weil du es nicht willst, sondern weil der erste Schritt einfach nicht klar genug ist. Weil dein Gehirn dann eben doch wieder losrennt in alle Richtungen gleichzeitig.
Genau dafür hab ich Notion ohne Kopfschmerzen entwickelt.
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