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Du kennst das wahrscheinlich: Abends auf dem Sofa malst du dir aus, wie dein Leben aussehen könnte, mit deiner eigenen Zeit, deinen eigenen Projekten und vielleicht sogar einem Business, das aus deinen Herzensthemen entsteht. Am nächsten Morgen setzt du dich hin, um endlich loszulegen, und plötzlich muss unbedingt die Wohnung aufgeräumt werden, eine neue Idee klopft an, oder du baust zum dritten Mal dein Notion Setup um. Du denkst dir: Es kann doch nicht so schwierig sein seine Ideen umzusetzen?! Aber als Scanner kann es eben doch eine grosse Herausforderung sein.
Ich war darin jahrelang richtig gut. Ich habe geträumt, gesammelt und geplant, und gleichzeitig war ich überzeugt davon, dass ich einfach zu chaotisch, zu faul und zu sprunghaft bin, um irgendetwas Echtes aufzubauen. Heute weiß ich, dass ich eine Scannerpersönlichkeit bin und ADHS habe, und dieses Wissen hat mir vieles erklärt, was vorher ein Rätsel für mich war. Deshalb zeige ich dir in diesem Artikel, warum dir das Umsetzen so schwerfällt und was dir stattdessen hilft, deine Ideen wirklich ins Leben zu bringen.
Warum Ideen umsetzen als Scanner so viel schwerer ist, als es aussieht
Wenn du tausend Ideen hast und trotzdem keine davon umsetzt, liegt das selten an mangelndem Willen. Meistens stecken dahinter Mechanismen, die wir kaum bemerken, weil sie sich so selbstverständlich anfühlen.
Solange ein Traum ein Traum bleibt, kann er dir nichts anhaben
Ein Traum hat einen gewaltigen Vorteil: Er ist perfekt, er kostet nichts, und er kann nicht scheitern. Sobald du daraus etwas Konkretes machst, wird er allerdings sichtbar und damit auch angreifbar. Genau in diesem Moment meldet sich dein Kopf mit Fragen wie „Ist das überhaupt gut genug?“, „Kann ich das wirklich?“ oder „Sollte ich mich nicht doch lieber für eine einzige Sache entscheiden?“.
Deshalb fühlt sich Wollen oft so viel sicherer an als Haben. Solange du nur planst, sammelst und recherchierst, bleibt alles möglich, und du musst dich nicht der Gefahr aussetzen, dass etwas nicht so wird, wie du es dir vorgestellt hast. Das ist übrigens kein Charakterfehler, sondern ein ziemlich menschlicher Schutzmechanismu
Dir wurde jahrelang erzählt, du müsstest dich festlegen
Dazu kommt, dass dir vermutlich dein Leben lang erzählt wurde, du müsstest dich endlich entscheiden. Wenn du dann in keine Schublade passt, ziehst du irgendwann den Schluss, dass mit dir etwas nicht stimmt, und dieser Schluss ist gut nachvollziehbar. Trotzdem stimmt er nicht, denn als Scannerpersönlichkeit interessierst du dich nun einmal für viele Dinge gleichzeitig, und das ist keine Schwäche, sondern deine Art zu denken.
Das Problem ist also nicht, dass du zu viele Interessen hast. Das Problem ist eher, dass die Welt um dich herum auf Menschen ausgelegt ist, die sich früh auf ein Thema festlegen, und du dich deshalb ständig an einem Maßstab misst, der nicht zu dir passt.
Wenn ADHS dazukommt, wird der Start leicht und das Dranbleiben zäh
Bei mir kommt zusätzlich ADHS dazu, und das hat für mich lange ein verwirrendes Muster erzeugt. Der Anfang fühlt sich nämlich wunderbar leicht an, weil alles neu ist und mein Kopf sofort Feuer fängt. Sobald die erste Begeisterung verflogen ist, wird dasselbe Projekt plötzlich zäh, und ich habe angefangen, mir selbst zu misstrauen. Wenn du beim Thema Ideen umsetzen mit ADHS ähnliche Erfahrungen machst, bist du also weder faul noch undiszipliniert, sondern erlebst genau das, was viele Menschen mit deinem Gehirn erleben.
Warum mehr Disziplin beim Ideen umsetzen als Scanner nicht weiterhilft
Der Fisch auf dem Fahrrad
Mehr Disziplin einzufordern funktioniert bei einem Scannerkopf ungefähr so gut, wie einen Fisch aufs Fahrrad zu setzen. Der Fisch kann noch so motiviert sein und sich noch so sehr anstrengen, er wird trotzdem nicht ans Ziel kommen, weil das Fahrrad schlicht nicht für ihn gebaut wurde. Wenn du dich also immer wieder dafür verurteilst, dass du nicht durchziehst, kämpfst du in Wahrheit gegen ein Werkzeug, das nicht zu dir passt, und nicht gegen deinen Charakter.
Bessere Rahmenbedingungen statt mehr Willenskraft
Was dir wirklich hilft, sind Rahmenbedingungen, die mit deinem Gehirn arbeiten und es nicht ständig ausbremsen. Das können ein kleinerer Anfang, ein flexiblerer Plan oder ein Überblick sein, der dir zeigt, wo du gerade stehst, statt dich mit einer endlosen Liste zu erschlagen. Sobald deine Umgebung zu dir passt, brauchst du nämlich viel weniger Willenskraft, weil das Tun ganz von selbst leichter wird.
Wenn du dir dabei zuerst einmal Luft im Kopf verschaffen möchtest, habe ich etwas für dich: In meinem kostenlosen Scanner Reset Workbook zeige ich dir in 20 Minuten, wie du dein Gedankenchaos sortierst und siehst, was gerade wirklich wichtig ist. Du bekommst ein Mini-Workbook und ein Notion Template zum Mitmachen, und danach weißt du sehr viel klarer, wo du mit deinen Ideen anfangen kannst.
Drei Schritte, mit denen du als Scanner deine Ideen umsetzen kannst
Ideen umsetzen als Scanner beginnt selten mit einem großen Masterplan. Es beginnt mit drei kleinen Dingen, die du in deinem eigenen Tempo angehen kannst.
Schritt 1: Verschaff dir einen Überblick über deine Stärken
Deine Stärken liegen vermutlich überall verstreut, ein bisschen im Job, ein bisschen in deinen Hobbys und ein bisschen in Dingen, die dir so leicht fallen, dass du sie gar nicht als Talent wahrnimmst. Genau deshalb lohnt es sich, sie einmal an einem Ort zu sammeln.
Setz dich dafür kurz hin und schreib auf, wofür Menschen dich um Hilfe bitten und bei welchen Aufgaben du die Zeit vergisst. Am Anfang reicht es völlig, einfach nur zu sammeln, denn bewertet und sortiert wird später. Du wirst wahrscheinlich überrascht sein, wie viel dabei zusammenkommt.
Schritt 2: Finde deinen roten Faden
Wenn du deine Stärken und Interessen nebeneinanderlegst, taucht meistens ein Muster auf, das sich durch alles hindurchzieht. Vielleicht erklärst du gerne Dinge, bringst Menschen zusammen oder verwandelst Chaos in Ordnung, und plötzlich ergeben deine scheinbar wild verstreuten Interessen einen gemeinsamen Sinn.
Sobald du diesen roten Faden kennst, wird Entscheiden viel leichter. Du musst dich dann nämlich nicht mehr für ein einziges Thema entscheiden, sondern nur noch für eine Richtung, in der alle deine Interessen Platz haben. Das nimmt enorm viel Druck raus, weil du dich nicht mehr von einem Teil deiner Persönlichkeit verabschieden musst.
Schritt 3: Wähle einen einzigen nächsten Schritt
Ein perfekter Masterplan ist bei einem Scannerkopf ohnehin nach zwei Wochen veraltet, weil sich Interessen, Energie und Lebensumstände ständig verändern. Deshalb lohnt es sich viel mehr, einen kleinen Schritt zu wählen, den du diese Woche wirklich gehen kannst.
Das kann ein erstes Gespräch sein, ein Testpost oder die Idee, die du endlich einer Freundin erzählst. Wichtig ist nur, dass der Schritt so klein ist, dass er dich nicht abschreckt, und gleichzeitig so konkret, dass du am Ende der Woche sagen kannst, ob du ihn gegangen bist oder nicht.
Selbstständigkeit als Scanner: Du brauchst kein einziges Thema
Viele Scanner und Multipassionates träumen von einem eigenen Business und trauen sich trotzdem nicht, weil sie glauben, sie müssten dafür erst die eine perfekte Nische finden. Diese Überzeugung hält erstaunlich viele kreative Menschen davon ab, überhaupt anzufangen.
Ein Business, in dem alle deine Interessen Platz haben
Wenn du deinen roten Faden kennst, kann daraus eine Selbstständigkeit entstehen, die zu deiner Vielseitigkeit passt, statt sie zu verstecken. Deine Verbindung verschiedener Themen ist dann nicht mehr das, wofür du dich rechtfertigen musst, sondern genau das, was dich von anderen unterscheidet. Selbstständigkeit als Scanner bedeutet deshalb nicht, dich für ein Thema zu entscheiden, sondern eine Struktur zu finden, die deine Themen zusammenhält.
Kleine Tests sind besser als der große Wurf
Du musst außerdem nicht von heute auf morgen alles kündigen und dein Leben umkrempeln. Es reicht völlig, wenn du kleine Tests startest, zum Beispiel ein erstes Angebot, ein Gespräch mit jemandem aus deinem Wunschfeld oder einen ersten Beitrag in den sozialen Medien. Auf diese Weise sammelst du echte Erfahrungen, statt dir im Kopf noch einmal alle möglichen Szenarien auszumalen, und du merkst schnell, was sich für dich richtig anfühlt und was nicht.
Was du jetzt tun kannst, um deine Ideen umzusetzen
Du hast jetzt zwei Möglichkeiten, wie du weitermachen kannst, und beide sind völlig in Ordnung.
Option 1: Du gehst die drei Schritte allein durch
Nimm dir diese Woche eine halbe Stunde Zeit, sammle deine Stärken, such nach deinem roten Faden und wähle einen einzigen nächsten Schritt. Das funktioniert, und es kostet dich nichts außer ein bisschen Aufmerksamkeit. Es kann allerdings sein, dass du dabei ein paar Umwege gehst oder an der Stelle hängen bleibst, an der du deine eigenen Muster nicht mehr von außen sehen kannst.
Option 2: Du sortierst das gemeinsam mit jemandem, der deinen Kopf versteht
Manchmal ist es leichter, das nicht allein zu machen, sondern mit jemandem, der Scannerköpfe von innen kennt. Genau dafür gibt es meine Power Session. Wir treffen uns 90 Minuten per Zoom und nehmen das Thema, das bei dir gerade am meisten drückt, egal ob es um dein Business, deine Ideenflut oder dein Selbstvertrauen geht.
Fazit: Du bist nicht faul, du brauchst nur andere Rahmenbedingungen
Wenn du tausend Ideen hast und trotzdem keine umsetzt, heißt das nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt. Es heißt eher, dass du bisher versucht hast, mit Methoden voranzukommen, die für einen anderen Kopf gemacht wurden, und dass du dich dafür viel zu lange selbst verurteilt hast. Sobald du deine Stärken sichtbar machst, deinen roten Faden findest und dir einen kleinen nächsten Schritt suchst, wird Ideen umsetzen als Scanner plötzlich machbar.
Du bist für mehr gemacht, als du dir bisher getraut hast, und ich freue mich, wenn ich dich ein Stück begleiten darf. 💚
Ich hoffe du konntest einiges für dich mitnehmen. Du hast noch eine Frage zum Thema Ideen umsetzen als Scanner oder einen Wunsch für einen Blogartikel? Dann freue ich mich über eine Nachricht von dir bei Instagram auf @kreativmitplan